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Drei- und Mehrachsige 1 "Laschen" - Drei- und Mehrachsige 2 "Schaken" - Drei- und Mehrachsige 3 "Y 25"Vorbemerkungen - Krupp 70, vierachsig - Krupp 70, dreiachsig - Daten
Vorbemerkungen
Krupp hat Ende der Sechzigerjahre
für die Deutschen Bundesbahn einen 32-achsigen Tragschnabelwagen
entwickelt, der 1970 als Uaai 839 in Dienst gestellt wurde.
Nach Fertigstellung wurde dieser Wagen durch die Berichterstattung auch in einschlägigen Zeitschriften für Eisenbahnfreunde und diveresen Veröffentlichungen der Deutschen Bundesbahn geradezu populär. Wie mir dürfte manchem Eisenbahnfreund erst durch diese Berichte klar geworden sein, dass es solche Spezialwagen bei der Eisenbahn gibt. Ich entsinne mich noch lebhaft des Spektakels, der Aufregung, als dieser Wagen samt Begleitfahrzeugen kurz darauf im heimatlichen Bahnhof für einige Stunden Station machte. Die Bilder sind mir noch wie heute vor Augen, auch wenn ich damals noch nicht ans Fotografieren denken konnte.
Inwieweit die Initiative
zum Bau dieses Wagens von Krupp ausging, entzieht sich meiner Kenntnis.
Aus heutiger Sicht scheint diese Entwicklung von Krupp programmatisch und
nicht als Einzelobjekt betrieben worden zu sein. Dabei dürften die
Drehgestelle einen wesentlichen Kern dieses Programms gebildet haben. Die
in diesem Zusammenhang entstandene Drehgestell-Bauart umfasst lediglich
4 Typen, mit denen es möglich war, Tiefladewagen mit 6, 8, 12, 16,
24 und 32 Achsen zu bauen:
6-achsige Wagen: 2 dreiachsige
Außendrehgestelle
8-achsige Wagen: 2 vierachsige
Außendrehgestelle
12-achsige Wagen: je 2 dreiachsige
Außen- und Innendrehgestelle
16-achsige Wagen: je 2 vierachsige
Außen- und Innendrehgestelle
24-achsige Wagen: 2 vierachsige
Außen- und 4 vierachsige Innendrehgestelle
32-achsige Wagen: 2 vierachsige
Außen-, 6 vierachsige Innendrehgestelle
Tiefladewagen mit diesen
Drehgestellen hat Krupp nicht nur für die Deutsche Bundesbahn, sondern
auch ins Ausland (Österreich, Tschechoslowakei) geliefert. Am Rand
sei hier ferner vermerkt, dass Krupp in der Folge auch den Auftrag zum
Bau des bis heute weltweit größten Tiefladewagens mit 36 Achsen
erhalten und 1982 realisiert hat. Der in Nordamerika als CEBX 800 eingesetzte
Wagen läuft allerdings auf 18 zweiachsigen Three Piece Bogies.
Krupp 70, vierachsig
Die Drehgestelle haben Trapezfedern,
die mit kurzen Rechteckschaken aufgehängt sind. Mittig, an beiden
Seiten des Drehgestells befinden sich automatische Wiegeeinrichtungen.
Die für die Deutsche Bundesbahn gebauten Wagen sind mit Radsätzen
der Bauart 81 ausgestattet, die einen maximalen Laufkreisdurchmesser von
900 mm haben und für eine maximale Radsatzlast von 30 t ausgelegt
sind. Die Regelspur-Radsätze können prinzipiell gegen Radsätze
mit 1524 mm Spurweite getauscht werden. Die Höchstgeschwindigkeit
der unbeladenen Wagen beträgt 80 km/h.
Tiefladewagen-Drehgestell
Krupp 70, vierachsig (Innendrehgestell)
Skizze: Hermann Jahn, auf Grundlage einer Zeichnung des 32-achsigen Wagens 83 54 997 2 000-1 (Sammlung Milan Cernohorsky) |
Tiefladewagen-Drehgestell
Krupp 70, vierachsig (Innendrehgestell)
84 54 995 6 003-3, 16-achsig, Eigentümer (2005): NH-Trans Ostrava; Foto (Ausschnitt): Milan Cernohorsky, Ostrava hl.n. 24.4.2002 |
Tiefladewagen-Drehgestell
Krupp 70, vierachsig (Außen-Drehgestell)
84 54 995 6 003-3, 16-achsig, Eigentümer (2005): NH-Trans Ostrava, Foto (Ausschnitt): Milan Cernohorsky, Ostrava hl.n. 24.4.2002 |
1973 hat Krupp einen 24-achsigen
Tragschnabelwagen Uaai 838 (Wagennummer 996 4 900) für die Deutsche
Bundesbahn gebaut. Mindestens dieser Wagen (möglicherweise auch andere,
ins Ausland gelieferte) ist mit vierachsigen Krupp 70-Drehgestellen in
einer weiterentwickelten Variante, die zusätzlich über eine hydraulische
Radlast-Ausgleichsvorrichtung verfügen, ausgerüstet. Augenfälliges
Merkmal der hydraulische Radlast-Ausgleichsvorrichtung sind Hydraulik-Zylinder
über den Federausgleichshebeln. Diese Radlast-Ausgleichsvorrichtungen
befindet sich jeweils nur an einer Drehgestell-Seite.
Tiefladewagen-Drehgestell
Krupp 70, vierachsig mit Radlast-Ausgleichsvorrichtung
(am Außendrehgestell, bei den beiden Innendrehgestellen befinden sich die entsprechenden Hydraulik-Anlagen auf der anderen Drehgestellseite) DB (Railion) 86 80 996 4 900-6, Krupp 1973; Foto: Christian Walther, Wuppertal, Mai 2004 |
Zahlreiche Abbildungen des
DB/Railion Uaai 838 finden sich auf Tom Daspits Internet-Seite:
http://southern.railfan.net/schnabel/cars/db24/db.html
.
In Hinblick auf die Drehgestelle
besonders ansehenswert erscheinen mir dort zwei Aufnahmen von Arnold Gilden
(http://southern.railfan.net/schnabel/cars/db24/benalux/nijmegen0008.jpg,
http://southern.railfan.net/schnabel/cars/db24/benalux/nijmegen0021.jpg).
Bisher sind mir folgende Wagen mit diesen Drehgestellen bekannt:
80 996 4 901
Uaai 837 24 Achsen, Umbau aus Uaai 839, Baujahr 1970,
Umbau 1995
80 996 4 900
Uaai 838 24 Achsen, Baujahr 1973, Drehgestelle mit Radlast-Ausgleichsvorrichtung
80 997 2 901
Uaai 839 32 Achsen, Baujahr 1973
54 995 6
003
16 Achsen, NH-Trans Ostrava, Baujahr 1978 (1992 Reko aus
Drehschemel-Einheit)
54 996 4
001
24 Achsen, ITB Prag, ex ENERVGOD Prag, Baujahr 1978
54 997 2
000
32 Achsen, ITB Prag, ex Skoda Pilsen, Baujahr 1978
81
24 Achsen, ITB (Felbermayr) Wels (abgewandelte Drehgestelle!)
Krupp 70, dreiachsig
Nach dem 32-achsigen DB
Uaai 839 entstand im Jahr 1970 bei Krupp auch der DB Uai 821 (80 995 2
920, ex 80 999 0 306). Für diesen 12-achsigen Wagen wurden aus den
vierachsigen Drehgestellen dreiachsige Varianten (Außen- und Innendrehgestell)
abgeleitet. Die dreiachsigen Außendrehgestelle wurden in mindestens
einem Fall auch zum Bau eines 6-achsigen Tiefladewagens verwendet.
Tiefladewagen-Drehgestell
Krupp 70, dreiachsig (Außendrehgestell)
Elektro-Bau A.G. Linz-Donau, 33 81 993 0 030-6 , ex .. 81 096 9 030, Krupp, F-Nr. 16469, 1973 Foto: Hermann Heless, Wien West, 17. Mai 1989 |
Tiefladewagen-Drehgestelle, Krupp 70 | vierachsig | dreiachsig |
Zeichnungsnummer | ||
Achsstand | 3 x 1500 mm | 2 x 1500 mm |
maximaler Laufkreis-Durchmesser | 900 mm | 900 mm |
Achsschenkelmittenabstand | 2000 mm | 2000 mm |
Quer-/Längssspiel der Achsen | ||
Blatt-Tragfedern | ||
Gestreckte Länge | ||
Anzahl der Federblätter | 10 | 10 |
Federblattquerschnitt | ||
Eigengewicht | ||
erstes Baujahr | 1970 | 1970 |
Quellen:
Carstens, Stefan: Die Güterwagen
der DB AG. Nürnberg 1998
Cernohorsky, Milan: Persönliche
Informationen
Deutsche Bundesbahn, BZA
Minden (W) Dez 29a: 12-achsiger Tiefladewagen mit Sondereinrichtung. Kurzbeschreibung.
Ausgabe März 1971
Munske, Helmut: Tiefladewagen
der Deutschen Bundesbahn (in: Elsners Taschenbuch der Eisenbahntechnik
1975, S. 291 - 325)